Geschichte der FFW Eich - Freiwillige Feuerwehr Eich

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Geschichte der FFW Eich

Informationen

Aus der Geschichte der  Freiwilligen Feuerwehr Eich (1896-1996)

Aus den alten Akten der Gemeindeverwaltung konnte nachstehendes entnommen werden.
Vorhanden ist eine 150 Jahre alte Feuerordnung, später auch Feuerschutzordnung genannt, aus dem Jahre 1819. Die Feuerordnung musste erneuert werden, weil eine neue Feuerspritze angeschafft wurde. Die erste Feuerspritze unserer Gemeinde wurde im Jahre 1815 beim Spritzenmacher Krekler aus Darmstadt bestellt und am 30. Januar 1817 für 950 Gulden geliefert. Hier handelte es sich um eine vierrädrige Handdruckspritze mit zwei Rohren. Dabei waren je 10 m Schlauch, damals aus Leder. Die Sattler und Schuster der eingeteilten Mannschaften waren angehalten, ja verpflichtet, im Brandfalle ihr Handwerkszeug mitzubringen, damit auftretende Schäden gleich behoben werden konnten.

Zur Feuerordnung selbst: Eingeteilt waren an die Schwengel zum Pumpen 16 Mann, zum Anspannen an die Feuerspritze 2 Mann mit je 2 Pferden, wovon derjenige der zuerst angespannt hatte, als Gratifikation 2 Gulden und 42 Kreuzer erhielt. Verantwortlich für die 2 Feuerleitern und die 3 Feuerhaken waren 2 Schöffenräte und 18 Mann beigegeben. Der erste Spritzenführer war der Schöffenrat Georg Orth, ihm waren wiederum 6 Mann zugeteilt. Als Wasserfahrer waren 4 Ackersmänner (Landwirte) eingeteilt. Ein Schöffenrat hatte die Aufgabe und Pflicht, jeden Monat nach der Bereitschaft der Wasserfässer zu sehen, die ja von den Bürgern gestellt werden mussten, desgleichen galt auch für die Wasserbütten. Als Feuerläufer und Stürmer im Ort waren 2 Mann eingeteilt. Einer im Oberdorf und einer im Unterdorf.

Im Jahre 1832 standen in Eich 223 Häuser, die durchnummeriert waren, aber Straßennamen gab es sicher noch keine.
Eingeteilt waren weiterhin Feuerreiter nach Hamm, Ibersheim, Alsheim, Mettenheim mit Sandhof und nach Gimbsheim. Zwei Mann waren als Wassermeister verantwortlich für den Einsatz der Feuereimer,  Zuber und die Ordnung beim Wasserschöpfen.

Fünf Stellen waren fürs Wasserschöpfen benannt:

1. Die Burgheimer Pforte
2. Steg am Dorfgraben, heute Kirchweihplatz
3. Mühlpforte
4. Bachbrücke bei Spies
5. Altrheinweg
Die ersten vier Wasserentnahmestellen lagen alle am Seebach, der Eich umfloss.


Eich um 1833



Eine Übersicht der Löschgeräte aus dem Jahre 1819 besagt:
Eich mit 1.200 Seelen, 1 Feuerspritze, 2 Leitern, 3 Feuerhaken und 187 Feuereimer. Zustand von Spritze, Leitern und Haken waren neu und gut. Zu den Eimern ist zu berichten, 88 gut, 42 müssen von den Bürgern neu angeschafft werden; 57 schlecht und müssen repariert werden. Die Feuereimer mussten von den 18jährigen jungen Bürgern angeschafft werden, zeitweilig mit Namen versehen, so dass man bei Abhandenkommen eine Kontrolle hatte, wegen Wiederersetzung. Später bezahlte man Geld für den Feuereimer und dieselben wurden im Gemeindehaus gelagert. Im Jahre 1819 wurde eine Plane angeschafft zum Bedecken der Feuerspritze gegen Staub. Folglich fehlte ein Gerätehaus oder wie man es damals nannte, ein Lokal.

Ein Bericht von den Löschanstalten aus dem Jahre 1852 vom 25. Januar besagt: Eich, 1.470 Seelen mit 329 Häusern, 1 Feuerspritze in Verwahr der Gemeinde, 200 lederne Feuereimer und 150 von Stroh, 2 Leitern, 6 Haken, 2 Wasserkarren mit Fässern, 1 Wasserbütte und 2 Schöpfer. Im Jahre 1859 wurde das fehlende Lokal, also ein Spritzenhaus für 933 Gulden erbaut. Der Schlauchtrockenturm wurde erst auf Empfehlung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1898 erbaut.


1892 sprach man im Gemeinderat das erste Mal von der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Man war der Ansicht, der damals im hohen Ansehen stehende Kriegerverein könnte dies tun. Da aber viele Mitglieder des Vereins auswärts auf den Backsteinfabriken arbeiteten und deshalb nicht immer zur Verfügung standen, konnte man sich nicht einigen. Im Jahre 1893 kaufte die Gemeinde für 1.960 Mark eine neue Feuerspritze.
Nach dem Großbrand von 1895, bei dem 16 Gebäude vernichtet wurden, beschloss der Gemeinderat am 28.09.1985 die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr. Die schlechte Gerätewartung und Ausbildung hatte dazu Anlass gegeben.
Durch die Ortsschelle wurde ein Aufruf an die Bürgerschaft bekannt gemacht. So kam es dann am 18.05.1896 zur Gründung unserer Freiwilligen Feuerwehr.



Die Freiwillige Feuerwehr Eich im Gründungsjahr 1896


Die Übungsstunden fanden Sonntagsnachmittags von 15-16 Uhr statt. Die Gemeinde übernahm die Ausrüstung, die sich auf nahezu 2.000 Mark belief. In der ersten Generalsversammlung am 30.05.1986 wurde der Vorschlag, inaktive Mitglieder zu werben, angenommen. Der jährliche Beitrag betrug 2,- Mark. Aus dem Jahresbericht vom 10.01.1896 ist folgendes zu entnehmen: Es zeigte sich bei dem Brand vom 17.09.1896, wie notwendig es war, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, da die Geräte und das Schlauchmaterial zuvor sich in sehr schlechtem Zustand befanden. Vernünftige Männer des Ortsvorstandes kamen zur Einsicht, dass gutes und neues Schlauchmaterial zu einer Wehr gehört. Trotz größter Not wurde noch im selben Jahr Abhilfe geschaffen. 1896 zählte die Wehr 68 Aktive und 24 Inaktive Mitglieder.


Einige Auszüge aus der Chronik:

1925: Fand erstmals der Jahresball der Feuerwehr statt. Am Abend des 20.09. brach in der Scheune des Bürgermeisters Menger ein Feuer aus. Es konnte ein Übergreifen des Feuers verhindert werden. Am 03.11. brannten die Verkaufsräume von Adam Schott. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte größerer Schaden verhindert werden.

1933: Erhielt die Feuerwehr ihre erste Motorspritze. Die seitherige Ausrüstung bestand aus drei bespannten Handdruckspritzen und einer kleinen handgezogenen Spritze.  Drei Fässer und drei Bütten waren für den Wasservorrat bestimmt.

1936: Wurde durch einen Blitzschlag die Scheune von Johann Fetsch in Brand gesetzt. Die Feuerwehr stellte ihre Schlagfähigkeit mit der neuen Motorspritze in Beweis.

1938: Brannte in der Nacht im Januar der Faselstall. Auch hier konnte größerer Schaden verhindert werden.

1955: Die Gemeinde Eich erhielt in dieser Zeit eine zentrale Wasserleitung. Die Ausrüstung wurde in diesem Jahr durch eine neue TS 8 mit Anhänger ergänzt. Die Wehr selbst wurde mit neuen Helmen, Nackenschutz und Kombianzügen ausgestattet.

1957: Scheunenbrand bei Otto Münk. Der Brand konnte schnellstens ohne fremde Hilfe eingedämmt werden, die Nachbargehöfte konnten geschützt werden.

1959: Wurde die Einsatzbereitschaft der Wehr mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug und TS 8 verstärkt.

1967: Nahm die Löschgruppe an einer Katastrophenschutzübung im Zementwerk in Mainz-Weisenau teil.

1968: Wurde die Ausrüstung durch einen Schlauchanhänger mit 200 m B-Schlauch erweitert. Die vorhandene Sirene wurde mit zwei neuen Luftschutzsirenen gekoppelt und dadurch eine bessere Alarmierung ermöglicht.


Schlauchanhänger mit 200 Meter B-Schlauch


1970: Unser langgehegter Wunsch, dass alte Rathaus in ein Feuerwehrgerätehaus umzubauen, ging in Erfüllung.

1971: Wurde ein Schlauchtrockenschrank und Steckleitern angeschafft. Am 17.04. konnte das neue Feuerwehrgerätehaus übernommen und eingeweiht werden.

1972: Erstmals wurde ein Rettungsbeil für die technische Unfallhilfe sowie Schaummittel für das Bekämpfen von Flüssigkeitsbränden beschafft. Die lang ersehnten Atemschutzgeräte wurden Wirklichkeit. Bei einem Scheunenbrand in der Altrheinstraße konnte leider nur noch das Wohnhaus gerettet werden. Erstmals wurde das Thema der Stützpunktfeuerwehr angesprochen.

1974: Ein schwerer Verkehrsunfall in der Ibersheimer Straße zeigte die Dringlichkeit eines Fahrzeuges mit der Beladung für die technische Unfallhilfe. Ein Löschfahrzeug, Typ LF 8, mit der Beladung für die Unfallhilfe wurde durch Ortsbürgermeister Menger, an die Feuerwehr übergeben. Die Brände im Altrhein verunsicherten erstmals die Bevölkerung.

1975: Bei einem Kellerbrand in der Gernsheimer Straße war man froh über das vorhandene neue Löschfahrzeug. Erstmals wurde Schaummittel zur Brandbekämpfung eingesetzt. Am 21. Juni überraschte ein Unwetter die Ortsgemeinde. 22 Keller mussten vorwiegend im Nibelungenring leergepumpt werden.

1976: Eine Gasexplosion am Eicher See versetzte viele Anwohner in Angst. Während des alljährlichen Silvesterballs in der Altrheinhalle brannte die Gaststätte am Eicher See.

1977: Gründung der Jugendfeuerwehr. In der Altrheinhalle musste bei einer Vielzahl von Veranstaltungen eine Brandsicherheitswache gestellt werden. Ein Anbau an das bestehende Feuerwehrhaus wurde geplant.

1978: 11 Einsätze waren zu bewältigen. Schwierigkeiten brachte ein Unwetter mit anschließendem Hochwasser. Tagelang war man mit den Wassermassen im Nibelungenring sowie anschließend am Rhein beschäftigt. Das Technische Hilfswerk wurde vom Einsatzstab nach Eich beordert.

1980: Zwei Mal rückte die Wehr zu Brandeinsätzen aus. Das Hochwasser im Januar beschäftigte die Wehr wochenlang. Die Funkalarmierung wurde in Dienst gestellt.

1981: Ein Busfahrer musste nach einem Verkehrsunfall befreit werden, ebenso ein Pkw-Fahrer, der mit seinem Fahrzeug im Eis auf dem Elisabethensee eingebrochen war. 2 PKW-Brände waren zu löschen.
Das Naturschutzgebiet sorgte erneut nach einem Großbrand für viel Aufregung. Nach einem kräftigen Gewitter mussten wieder mal mehrere Keller im Nibelungenring leergepumpt werden.

1982: Das Jahr gestaltete sich etwas ruhiger, jedoch mussten eine Vielzahl von Kleinbränden gelöscht werden.
Bei einem schweren Verkehrsunfall in der Rheinstraße konnte durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr der Fahrzeuglenker vor dem Erstickungstot gerettet werden.

1983: Das neu beschaffte Mehrzweckboot wurde abgeholt und für den Gewässerschutz in Dienst gestellt. Bereits kurze Zeit später musste es zum Hochwassereinsatz.


Mehrzweckboot (MZB) Baujahr 1983


1984: Nachbarschaftshilfe in Hamm. Gemeinsam wurde ein Scheunenbrand über mehrere Stunden bekämpft.

1985: Ein tragischer Eisunfall forderte ein Menschenleben. Beim Baden im Altrheinsee ertrank ein US-Soldat.

1986: Die Eicher Feuerwehr fordert, zur Sicherstellung des Brandschutzes, ein Tanklöschfahrzeug. Zur Notlandung eines Militärhubschraubers rückte man, zur Unterstützung der Kollegen aus Mettenheim, aus.
Zwei schwere Verkehrsunfälle forderten ihre Todesopfer.

1987: Ein Löschfahrzeug, Typ LF 16, gespendet durch die Fa. BEB in Hannover, wurde in Dienst gestellt. Das bereits über 33 Jahre alte Fahrzeug wurde auf den Namen „Sam“ getauft.
Das Hochwasser, sowie eine Vielzahl von Bränden und Verkehrsunfällen forderten die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr.


"SAM"  Löschgruppenfahrzeug (LF 16) Baujahr 1952


1988: 46 Einsätze waren zu bewältigen. 3 Personen mussten bei verschiedenen Verkehrsunfällen befreit werden.

1989: Der größte Brand in der Geschichte der Verbandsgemeinde befasst die Feuerwehren am 30.03.1989. Das Zentrallager der Fa. Massa in Gimbsheim brannte in den Nachtstunden. Sämtliche Feuerwehren der VG kämpften stundenlang, unterstützt durch die Feuerwehreinheiten Osthofen, Alzey und Gundersheim um den Erhalt der angrenzenden Büro- und Lagergebäude. Erfolgreich gelang dies nach 11 Stunden.

1990: Die Einsatzzahlen stiegen auf einen Höchststand von 67. Die jahrelang gewünschte Rettungsschere wurde Wirklichkeit und musste zum Leid vieler Autofahrer auch oftmals eingesetzt werden.

1991: Ein Großbrand vernichtete am 17.04. einen Großteil des Eich-Gimbsheimer Altrhein. Ein Großbrand in der Schanzenstraße vernichtete Scheune und Stallungen. Im gesamten Jahr waren 17 Brände und 16 technische Hilfeleistungen zu bewältigen.

1992: Ein Feuerwehrgerätehaus auf dem Grundstück vom Anwesen Brencher wurde geplant. Vermehrte Beschwerden aus den Reihen der Bevölkerung über das Heulen der Sirenen in den Nachtstunden, machten die Anschaffung von Funkmeldeempfängern unumgänglich. Der stille Alarm wurde eingeführt.

1993: Zahlreiche Einsätze auf Grund von Unwetter, 19 Brände und 42 technische Hilfeleistungen. Ein Großbrand im Naturschutzgebiet hatte sich auf Grund der Trockenheit zu einem Moorbrand ausgebreitet und hielt die Feuerwehr tagelang in Atem. Dan der Unterstützung der Fa. Kieswerk Büttel konnte der Brand nach 4 Tagen abgelöscht werden.

1994: Mit großer Freude wurde am 29.11.1994 das neue Löschfahrzeug (LF 16/12) bei der Fa. IVECO in Weisweil abgeholt und überführt.
In der Jahreshauptversammlung berichtete man von 63 Einsätzen.  Bei zwei Bränden konnten die Hausbewohner in letzter Minute gerettet werden. Nicht so glimpflich kamen, bei mehreren Verkehrsunfällen, die Insassen davon.


Löschgruppenfahrzeug (LF 16) Baujahr 1994


1995: Die Hilfe der Feuerwehr wurde dieses Jahr 75 mal angefordert. Die Bandbreite reichte von der Bergung von Wasserleichen, über das Retten und Bergen von Fahrzeuginsassen, bis hin zu mehreren Großbränden. Größter und zugleich schwierigster Einsatz war die Hilfeleistung einer Schiffskollision auf dem Rhein. Hier waren ein Fracht- und ein Tankschiff, beladen mit Kerosin, zusammengestoßen und gesunken. Hierbei leistete die Wehr sieben Tage rund um die Uhr ehrenamtlichen Dienst.
Ein Unwetter, verbunden mit einer Windhose, hatte Eich überquert und eine Vielzahl von Keller überflutet, sowie mehrere Dächer abgedeckt. Vom Nachmittag, bis in die Nachstunden wurden über 50 Einsatzstellen angefahren.


Feuerwehreinsätze von 1985 - 1996


Kommandanten seit 1896

 
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